Die Trauung
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Die Trauung

Am 10.10.2003 klingelte um 7 Uhr unser Wecker. Noch ruhig und gelassen gingen Dirk und ich den für uns wichtigsten Tag unserer gemeinsamen „Karriere“ an. Da wir am Vorabend noch kurz entschlossen im Klösterchen den Flurbereich gestrichen hatten, waren wir schon noch ein wenig k. o., aber diese Aktion musste einfach sein. Mehr dazu gibt’s im Teil „Die Vorbereitung“...

Bevor wir aufstanden zogen wir noch einmal eine Bilanz unserer vergangenen Jahre und diese Plauderstunde verging wie im Flug. Anschließend gab’ es mächtig vie im Bad zu tun.

Als ich dann mit dem Vorstyling meiner Haare auch soweit fertig war, überließ ich meinen Männern sich selbst und wurde um kurz nach 9 Uhr von Carlo zu meiner Mutter chauffiert. Dirk durfte ja das Kleid nicht sehen vorher, deshalb hatte ich es bei meiner Mutter geparkt.

Diese begrüßte mich schon ganz aufgeregt, fast fertig gestylt aber dennoch im Morgenmantel, um mir die Haare hoch zu stecken. Wir tranken dabei einen leckeren Kaffee und ich konnte sogar ein Brötchen essen. Mein Kleid hing derweil im Schlafzimmer und wartete ebenso auf seinen großen Auftritt...

Zu Hause bei uns machten sich die drei Männer fertig. Dann holten sie noch den Brautstrauß ab und fuhren sogar noch mit dem Auto durch die Waschanlage. Und dann hieß es: wir warten auf die Braut!

Langsam aber sicher wurde ich dann zusehends nervöser. Welch ein Pech, dass ich nicht mehr rauchte (kleiner Scherz)! Kurz vor 11 Uhr fuhren wir dann Richtung Burg, ich war vollends fertig mit den Nerven und freute mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Da stand unser Auto bereits und die Nervosität erreichte ihren Höhepunkt, meine Hände waren nass und ansonsten war mir heiß. Das war auch ganz gut so, denn das Wetter war zwar zum Glück trocken, aber nicht gerade freundlich.

Gleichzeitig mit uns kamen auch die Frankfurter mit Dirk’s Vati an. Wir begrüßten uns und es wurden weiße Schleifchen von Gabi an die Auto’s gebunden, als auch schon unsere beiden Jungs heran gelaufen kamen. Sie sahen so süß aus in ihrem fast Partnerlook und hatten sich richtig fein gemacht. Mein Magen kribbelte wie vor der Führerscheinprüfung als ich dann endlich Dirk sah. Er sah so Klasse in seinem Anzug aus, hielt den niedlichen Brautstrauß in den Händen und überreichte ihn mir mit einem zärtlichen Kuß: „Du siehst fantastisch aus, meine Prinzessin!“ flüsterte er mir ins Ohr und seine Augen glänzten vor Freude, sicher genau wie meine. Ab da war dann meine Nervosität verschwunden und allmählich trudelten die anderen Gäste ein.

Dirk und ich stiegen dann forschen Schrittes zur Burg hoch, so dass uns die anderen (meist Raucher) belustigt zurück riefen, wir hätten es ja verdammt eilig unter die Haube zu kommen! Im Foyer der Burg warteten wir dann noch eine Weile und redeten kurz mit dem Standesbeamten. Dann kam auch die Pianistin und wir besprachen noch einmal kurz die Reihenfolge der Lieder. Dann war es soweit und wir holten die anderen ins Trauzimmer und los ging es.

Vorne am Tisch saßen rechts und links neben uns unsere Jungs, quasi anstelle der Trauzeugen, die man ja heute nicht mehr benötigt. Das hatten wir mit dem Standesbeamten so besprochen und es war wirklich eine gute Idee, das so zu machen. Der Standesbeamte begrüßte uns alle kurz und gab dann gleich an die Pianistin weiter, die zum Einstieg von Elton John „Your Song“ spielte. Dieses Lied hatten wir ausgesucht, stellvertretend für all „unsere“ gemeinsamen Lieder. Als sie die ersten Töne anschlug, musste ich mich furchtbar beherrschen, um nicht los zu weinen! Es war so ergreifend und schön, dass ich mir heftig auf die Lippe beißen musste. Die ganze Zeit über hielten Dirk und ich uns an den Händen. Als das Lied dann (endlich) zu Ende war (es dauerte doch ganz schön lange und hätte gut und gerne auf die Hälfte reduziert werden können) begann der Standesbeamte die Trauung. Er hatte hierzu einen wunderbaren Text von Leo Tolstoi mit schönen Gleichnissen vorgelesen. Der Text war wirklich passend und gut gewählt. Dann folgte der offizielle Teil, es wurden kurz die Formalitäten vorgelesen und dann durften die Ringe getauscht werden, die Tim uns jeweils reichte. Langsam, so dass auch genügend Fotos gemacht werden konnten, steckten wir uns gegenseitig die Ringe an, während die Pianistin von Phil Collins „You’ll be in my heart“ aus dem Tarzan-Film spielte. Auch dies war sehr ergreifend, aber statt zu weinen, grinsten wir beide wie die Honigkuchenpferde, küssten uns und hielten uns jeweils an der Hand des anderen fest. Ja, nun war es soweit, wir waren verheiratet!

Der Standesbeamte wünschte uns alles Gute und eine harmonische Ehe und beendete die Zeremonie, die mit dem abschließenden Lied aus der Diebels-Werbung „Ein schöner Tag“ abgerundet wurde. Wir standen dann auf und es wurde gratuliert und gratuliert...            

Dann gingen wir noch zum Sektempfang in’s Foyer zurück und plauderten hier und da und machten dann auch später noch draußen recht viele Fotos.

Im Konvoi ging’s dann hupend Richtung Alsdorf, wo im Haus Broichtal bei Schleibach die Zeremonie fortgeführt wurde, nach der standesamtlichen Trauung dort lecker zu essen. So wie damals bei Tati und Sven und auch bei meiner Mutter und Carlo. Das Essen war sehr lecker, die Bedienung ein wenig langsam, aber alles in allem ein gelungener Tag und ein schönes Fest. Gegen 16.30 Uhr machten wir uns dann wieder auf, da wir ja noch einiges zu tun hatten: das Klösterchen musste noch für die Fete geputzt, geschmückt und zurecht gemacht werden... Das war noch mal eine Stange Arbeit...

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