Köhlbrandbrückenlauf 12
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Die Köhlbrandbrücke verbindet seit dem 23. September 1974 das Hafengebiet auf der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg mit der BAB7. Die Brücke überspannt den 325 Meter breiten Köhlbrand. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 3618 m. Sie besteht aus der 2050 m langen östlichen Rampe, der 520 m langen Strombrücke und der 1048 m langen westlichen Rampe. Die lichte Höhe beträgt 53 m. Die Brücke ist nicht für Fußgänger freigegeben.

Eigentlich sollte der Köhlbrandbrückenlauf im Jahr 2011 als einmalige Veranstaltung am Tag der Deutschen Einheit stattfinden. Wegen des am Vortag in Köln absolvierten Halbmarathons konnten wir damals nicht über die größte Hamburger Brücke laufen.

Zu unserem Glück hat der Veranstalter aus der Einmaligkeit eine sich jährlich wiederholende Veranstaltung gemacht. Als Marion und ich im Frühjahr davon erfuhren war uns sofort klar, in 2012 sind wir im Hamburger Hafen am Start!

Am Laufvortag mussten wir irgendwie nach Hamburg gelangen. Für die 480 km von Aachen ins Hotel Racket Inn in Hamburg benötigten wir lange 5 1/4 Stunden. Im Pott gab es ätzend viel Verkehr und die A1 zwischen Bremen und Hamburg war noch mit baustellenbedingten Geschwindigkeitslimits zugepflastert. Auf jeden Fall waren wir ordentlich müde, als wir gegen 22:00 Uhr ins Bett fielen.

Nach dem guten und reichhaltigen Frühstück düsten wir in Richtung Hamburger Hafen. Bis 11:20 Uhr sollte die Köhlbrandbrücke noch geöffnet sein, wir wollten uns die fahrende Streckenbesichtigung nicht entgehen lassen. Das Bauwerk ist einfach gigantisch und von oben hat man eine prima Rundumsicht auf Hamburg und den Hafen. Bei der Abfahrt hinunter in den Hafen wunderten wir uns über den Gestank, es roch irgendwie verdorben...
Das Veranstaltungsgelände fanden wir schnell und noch dazu einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe. Es ist ein Vorteil, wenn man früh vor Ort ist. Ebenso zügig ging das Abholen der Startunterlagen und T-Shirts von statten.

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Wir gingen zurück zum Auto und bereiteten uns auf den Lauf vor. Schwierig war die Wahl der Klamotten, durch den stark böigen Wind wählten wir beide zumindest die Laufweste (es wäre wohl auch ohne gegangen). Pünktlich um 11:22 Uhr wurde die Brücke gesperrt und wir verließen kurze Zeit später das wärmende Auto, um zum Startblock zu gehen.

Im Startblock versammelte sich bereits farbenfroh die norddeutsche Läuferelite :-). Die Wartezeit überbrückte Moderator Lou Richter mit netten Anekdoten und lustigen Sprüchen.

Da ich mich mitten im Halbmarathontraining befand, wollte ich die 12 km in 60 Minuten absolvieren; das entspricht meinem angepeiltem HM-Pace. Marions Ziel war einfach gut und locker durchkommen; ich rechnete mit einer Zielzeit von etwa 1:24 Stunden.

Pünktlich um 12:00 Uhr wurde das erste Rennen* angeschossen.

*15:00 Uhr  fand ein zweiter Wettkampf statt

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Die ersten beiden km führten an Bahngleisen entlang, mitten durch den Hafen. Industriegebietcharakter. Dabei ging es über die Ellerholzbrücke und damit schon ein wenig bergan. Mein Tempo war trotz des starken Gegenwindes gut. Am “Horizont” sahen wir die Strombrückenpfeiler der Köhlbrandbrücke. Nach 2 km des Einrollens begann der erste Anstieg. Ich hielt das Tempo im von mir gesetzten Rahmen, mußte jedoch ganz schön pumpen. Nicht unerwartet meldete sich der Gestank (Biogasanlage und später eine Müllverbrennung) wieder - direkt an der steilsten Stelle des Anstiegs. Ich musste würgen, hielt an da ich dachte, dass ich einen Teil meines Frühstücks oral verliere - zum Glück hatte ich mich in allerletzter Konsequenz unter Kontrolle...

Trotzdem ging ich etwa 30 Sekunden den Anstieg hinauf, bis meine Atmung wieder einigermaßen normal war. Leider hatte ich nichts zu Trinken dabei - blöd gelaufen.
Bis zum ersten Pfeiler war es nicht mehr weit und der Gestank war jetzt mit flacher Atmung auch erträglich und bald auch gänzlich verschwunden. Oben genoß ich laufend die Aussicht auf den Köhlbrand und freute mich schon wie Bolle auf den ersten längeren Abstieg und das Wasser bei der Rennhälfte.

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Das Wasser trank ich im gehen, ich musste den ganzen Becher austrinken. Unmittelbar nach der Wendemarke ging es wieder bergan. Durch die Gehpause und der damit veränderten Rundenpaceanzeige hatte ich mich beim Anstieg im Tempo verrechnet und insgesamt 40 Sekunden “verloren”. Ich wusste, dass ich das nicht mehr aufholen würde können - was nicht so schlimm war, denn es war ja nur ein Trainingslauf unter Wettkampfbedingungen.

Oben auf der Brücke bot sich jetzt ein noch besserer Anblick, denn hinter dem Hafen sah man wunderschön auf Hamburg herab; noch dazu blinzelte die Sonne hinter dem Köhlbrand und beleuchtete die Szenerie.

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Der Rest des Laufs ist schnell erzählt. Hinter dem zweiten Pfeiler ging es 2 Kilometer nur bergab. Auf den dann folgenden letzten 2 mehr oder weniger flachen Kilometern wurden die Läufer sanft mit Rückenwind ins Ziel geschoben, das ich nach 1:00:46 Stunden erreichte. Auf Marion musste ich gar nicht so lange warten, bereits nach 1:19:04 überquerte sie die Ziellinie. Im Ziel bekamen wir noch eine sehr schöne Medallie umgehangen und mit einem Krombacher Alkoholfrei begossen wir unsere gute Leistung.

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UrkundeHHKBBL12
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Platz ..Pl.AK ..Name ............AK .Netto
671 ...107 (338) Hansen, Dirk ....M45 01:00:46
814 ...113 (145) Hansen, Marion ..W45 01:19:04

2025 männliche Finisher
1033 weibliche Finisher
 

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