Tag 6.1 Pisa
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28.10.2011, Teil 1 - Fototour durch Pisa und Lauf am Arno



Unseren 6. Tag in der Toskana kann man nur in zwei Teilen erzählen, obwohl auch er nur 24 Stunden hatte.

Er fing damit an, dass Marion unseren für diesen Tag angedachten Ausflug ins 80 km entfernte Florenz um einen Tag verschieben wollte, der Trip ins Chianti-Gebiet vom Vortag steckte uns beiden noch in den Knochen und wir sind durchaus flexibel.
Also tauschten wir das Freitagsprogramm mit dem von Samstag, das hieß, an Stelle von Florenz war für diesen Tag Lucca als Sehenswürdigkeit vorgesehen. Lucca ist ca. 25 km nördlich von Pisa gelegen, da mussten wir uns also erst gg. 14.00 Uhr auf die Socken machen. So hatten wir Vormittags eine Menge mehr Freiraum, den Dirk erst einmal zu einem morgendlichen Fotospaziergang durch Pisa nutzte.

Perfektes Licht und nur wenige Touristen störten auf den Bildern :-).

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Mangels genügend Kleingeld für den Parkautomaten hatte ich nur etwas mehr als 60 Minuten Zeit für meine Fotorunde. Ein paar interessante Motive hatte ich dennoch gefunden und das Licht war einfach phantastisch.

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Noch vor dem Mittag gab es Laufsport. Dirk lief 12,5 km von Caprona zurück nach Pisa und immer auf Arno-Deichen, allerdings ohne den Arno oft zu Gesicht zu bekommen, da viele Hecken und Sträucher den Blick versperrten. Wegen des Wetters und der tollen Panoramasicht auf die Berge hat der gemütliche Lauf trotzdem riesig Spass gemacht.

 

Marion lief auch, hier ihr Bericht aus ihrem Blog:

Wieder im Hotel angekommen bekomme ich auch Lust, die Schuhe zu schnüren. Gesagt, getan. Ich laufe wieder die schöne Trimm-dich-Allee Richtung Stadtzentrum und tue mich am Anfang wieder verdammt schwer. Nach 3 km bin ich im Stadtkern und laufe von Brücke zu Brücke und ein bisschen Touri-Slalom.

Dort komme ich sogar mit einer Frau in Berührung, die mitten auf der Straße auf einer Brücke, auf der ich ja schon laufe statt des Bürgersteigs, einfach und unvermittelt stehen bleibt und auf ihr Handy glotzt. Ich kann gar nicht anders, packe sie bei den Schultern und schiebe sie Richtung Bürgersteig mit einem lauten und lang gezogenen „Maaaaan!“ Mir wird irgendwas hinterher gerufen (die hat sich sicher super erschrocken) und ich hebe den linken Arm in italienischer Manier und rufe „Blöde Kuh, bleib nicht einfach stehen!“ zurück. Kopfschüttelnd setze ich meine Route fort und freue mich über die Sonne in meinem Gesicht. Zurück auf dem Alleenweg merke ich, dass es inzwischen ganz gut läuft. Eigentlich wollte ich nur die 8 km voll machen, aber ein junger, vor mir laufender Italiener beflügelt mich, ebenfalls den Feldweg einzuschlagen, der parallel zum Fluss verläuft. Der Weg erinnert demnach ein wenig an einen Damm und das Laufen macht richtig Spaß. Rechts meterhoher Bambus und Schilf, so dass ich den Fluss gar nicht sehen kann, links Felder und die Stadt in Sichtweite. Der Dammweg nimmt kein Ende, es kommt keine mögliche Abzweigung nach links, wo unser Hotel liegt. Langsam wird mir ein wenig mulmig und es fängt an in meinem Bauch zu rumoren. Ich kann doch nicht ewig so weiterlaufen, bin inzwischen schon bei 10 km. Allmählich müsste jetzt mal ein Weg nach links kommen. Plötzlich zwackt es ganz doll in meinem Bauch und ich bin heilfroh, dass ich ein Tempo dabei habe. Das ist mir ja noch nie passiert und nun weiß ich, wovon andere Läufer längst zu berichten wissen! Nachdem mir der junge Italiener wieder entgegen kommt, der lief irgendwie anders als ich, suche ich fix eine halbwegs geeignete Stelle im Bambus und lasse den Dingen ihren leidigen Lauf. Meine Güte, wie schrecklich is das denn?! Weiter des Weges kommt das Krankenhausgelände, riesig groß, doch immer noch zweigt keinerlei Pfad vom Weg ab. „Das gibt’s doch nicht!?“ denke ich inzwischen leicht verzweifelt. Ein paar Meter weiter geht’s eine Böschung hinab, die ein Ansatz eines Trampelpfades sein könnte. Mir bleibt nichts anderes übrig, als vorsichtig hinab zu steigen und an der Mauer zum Krankenhaus entlang zu schleichen. Durch kniehohes, feuchtes Gestrüpp, über einen Lehmhügel, durch das Dickicht – ich sehe keinen Ausgang weit und breit! Hier ist ewig kein Mensch mehr gewesen. Ich irre etwas durch das Gelände und hoffe, irgendwo einen Ausgang, ein Schlupfloch, eine Tür oder was auch immer zu finden. Auf der einen Seite die Krankenhausmauer, auf der anderen Seite der Zaun, die Hauptstraße zum greifen nah. Sowohl die Mauer als auch der Zaun sind zu hoch um darüber zu klettern. Ein Anflug von Panik überkommt mich. Und dann sehe ich es endlich! Ein kleines Loch im unteren Zaunelement, so klein, dass ich nur auf allen Vieren durch krabbeln kann, dahinter gleich die Hauptverkehrsstraße! Ich zögere nicht lange, habe ja keine andere Wahl, und krabbele durch das Loch, hoffe, mir nicht mein Shirt zu zerreißen und irgendwo hängen zu bleiben. Auf der anderen Seite angekommen ist die Erleichterung riesig und ich wechsle die Straßenseite. Ich setze meinen Weg laufend fort und bin ca. 700 Meter vom Hotel entfernt. Später erfahre ich von Dirk, der den Weg von der anderen Seite gekommen ist, dass ich noch knapp 500 m hätte laufen müssen, bis der Weg hinter einer Tankstelle mündete. Na prima! Dirk lacht sich schlapp über mein unvorhergesehenes Laufabenteuer. Später, als ich ihm das kleine Loch im Zaun zeige, was tatsächlich nur ein Krabbeln zulässt, staunt er nicht schlecht und bekringelt sich abermals vor Lachen.

Der Nachmittag in Lucca

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